Rezension: Liebe mich! Sinnlich [Part 1]



TITEL: Liebe mich! Sinnlich (Part 1)
AUTOR: D.C. Odesza
FORMAT: Kindle
PREIS: 2,99 Euro

INHALT: Odette Lavera ist eine selbstbewusste junge Frau und arbeitet als Model und Nachtclub-Tänzerin in Bordeaux, Frankreich. Nach einem vermasselten Model-Auftrag in Sao Paulo, Brasilien, stürzt sie sich ins Nachleben und entkommt dabei nur knapp zwei aufdringlichen Verehrern. Als Odette dachte, der Abend könnte nicht schlimmer werden, gerät sie kurz darauf in eine Schlägerei, indem sie einem Fremden zur Hilfe eilt und dabei selbst bewusstlos geschlagen wird. Sie erwacht an einem ihr fremden Ort, unter der Aufsicht von Gabor Denario und Miguel da Silva, die ihr offenbaren, dass sie das Anwesen nicht mehr verlassen darf. Odette versucht sich nach einem erfolglosen Fluchtversuch mit der Situation zu arrangieren und den beiden jungen Männern ihre Geheimnisse, die sie umgibt, zu entlocken. Damit beginnt ein Spiel um Kontrolle und Macht, in einer elektrisierenden Atmosphäre...



CHARAKTERE:

Odette Lavera
Eine selbstbewusste junge Frau, welche als Model und Nachtclub-Tänzerin arbeitet, jedoch trotz großem Talent nur mäßig Erfolg hat. Sie hat durch ihren Beruf gelernt sich durchzusetzen und lässt sich nicht alles gefallen. Sie scheint stur, dickköpfig und verfolgt ihre eigenen Pläne. Sie lässt sich ungern in die Karten schauen und reagiert gegenüber aufgezwungenen Attitüden rebellisch. Im Herzen ist sie ein sensibler Mensch, einfühlsam und liebebedürftig. 

Gabor Denario
Ein Mysterium auf drei Beinen. Ihn umgibt eine respekteinflössende Aura, sein Wort ist Gesetz. Er sieht gut aus, ist charmant und wirkt dennoch distanziert. Er gibt nur wenig von sich Preis, handelt sehr überlegt und behält über alles die Kontrolle. Neben seinem strengen Auftreten ist er jedoch sehr fürsorglich und kümmert sich mit Hingabe um die Menschen, die ihm wichtig sind. Vertrauen verschenkt er nicht, man muss es sich schwer erarbeiten. 

Miguel da Silva
Ein kleiner Macho und die rechte Hand von Gabor. Zudem ist er sein bester Freund. Er ist vom Wesen her zugänglicher als Gabor und spiegelt eher den Lebemann wieder. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und lässt sich nicht auf der Nase herum tanzen. Er ist frech, fordernd und absolut loyal. Er steht zu den Menschen, die ihm etwas bedeuten und würde für sie durchs Feuer gehen. Trotz seiner draufgängerischen, plumpen Art ist er einfühlsam und sympatisch.


SCHREIBSTIL:

D.C. Odesza hat eine besondere Art und Weise den Leser mittels Wortwahl und Beschreibungen an die Charaktere heranzuführen. Es wirkt in keiner Situation aufdringlich, im Gegenteil. Sie gibt dem Leser genügend Zeit, sich in die Person hineinzufühlen und eine Verbindung herzustellen. Sie schreibt fließend, ohne Wortwiederholungen und leicht verständlich. Ihre Beschreibungen sind wohl überdacht und die Sätze logisch aufgebaut. Besonders gefällt mir, dass sie nicht auf schnöde Umgangssprache zurückgreift. Sie setzt explizite Szenen stilvoll mit Worten in Szene, sodass vor dem geistigen Auge Bilder entstehen und die Verbindung zur Buchwelt bestehen bleibt.



MEINUNG: (Achtung - Spoiler möglich!)

Am Anfang war ich etwas verwirrt. Man ist direkt im Geschehen drin und ich brauchte eine kurze Weile, um mich mit der Situation auseinanderzusetzen. (Das kennen vielleicht die Viel-Leser unter euch, wenn man von einer Geschichte in die Nächste taucht. Man muss erstmal die alten Bilder aus dem Kopf bekommen und sich neu orientieren.) Doch es gelang mir recht schnell eine Verbindung zu Odette und ihrer Welt aufzubauen. Sehr originell empfand ich die Kunstausstellung gleich zu Beginn, das war definitiv mal was Neues und ich als kleine Kunstliebhaberin fühlte mich damit sehr wohl. Sehr schön fand ich auch das Einbringen der Kirschen und den daraus resultierenden Spitznamen "cereja" - das ist wie ein kleiner roter Faden, der sich durch das Buch zieht. 

Die Geschichte beginnt in Sao Paulo und es geht gleich zu Beginn recht turbulent zu. Das fand ich gut und muss auch ehrlich gestehen, dass ich froh bin, dass diese Szenen nicht so ewig hinausgezögert wurden. Sie waren auf den Punkt gebracht, dienten als Einstieg und das ist gelungen. Durch die wiederkehrenden Handlungsstränge (z.B. das Wiedersehen mit den beiden dunklen Nachtgestalten im Hotel später), wird der Spannungsbogen stetig oben gehalten. Nicht zuletzt durch die Geheimnisse, die Gabor umgibt. Ich saß wirklich oft fragend da, weil ich - genau wie Odette - wissen wollte, was Gabor verbirgt. Es war manchmal etwas frustrierend, weil ich so gern mehr hinter Gabors Fassade schauen wollte, aber man - genau wie Odette - vor einer Wand stand. Ahhhh! Aber die Autorin hatte Mitgefühl mit den Lesern und hat glücklicherweise zwischendurch Kapitelabschnitte aus der Sicht von Gabor präsentiert. Das fand ich sehr gelungen und es führte dazu, dass man als Leser Stück für Stück mehr über die wahren Gedanken von Gabor erfuhr. 

Die Entwicklung der Charaktere ist sehr schön mit anzusehen. Odette, als anfängliche Einzelkämpferin, muss lernen, sich unterzuordnen und auf andere zu vertrauen. Miguel entwickelt sich vom plumpen Macho zu einem sehr sympathischen - ja, wie nenne ich es - großen Bruder oder liebevollen Freund. Gabor bricht im Laufe der Geschichte aus seiner Schwarz-Weiß-Malerei heraus und entdeckt, dass da noch mehr in ihm steckt, als er eigentlich dachte. Hach, nein, wirklich schön gelungen. Erwähnen muss ich dennoch, dass die Charaktere mich allgemein an jede andere Buchreihe von D.C. Odesza erinnern - es gibt immer die selbstbewusste Frau, den geheimnisvollen Distanzierten und den sympatischen großen Bruder. Doch möchte ich dies nicht ankreiden, da ich die Kombination sehr mag und jede Geschichte auf ihre Art doch andere Handlungsstränge aufweist. Und wo wir schon dabei sind: Ich finde es klasse, dass auch hier ein Bezug zu den anderen Buchreihen hergestellt wurde (ich sag nur: Noir).

Die erotischen Szenen im Buch sind schön beschrieben - es wurden keine niveaulosen Umschreibungen und plumpe Umgangssprache verwendet. Im Gegenteil: die Szenen sind ausführlich und detailreich beschrieben, sodass ich es mir bildlich vorstellen konnte. Vor allem aber konnte ich mit dem Herz dabei sein (der Verstand war da ausgeschaltet - hihi).

Ich möchte noch kurze Worte über die Nebencharaktere verlieren, da sie immer zu kurz kommen: Joana ist einfach herrlich, taucht immer aus dem Nichts auf und sorgt sich stets um Odette. Und Tomás finde ich irgendwie amüsant. In ihm steckt der trockne Humor, den ich so mag und das, obwohl er so gut wie kein Wort von sich gibt. Nur die Sache mit Marisa ist am Ende etwas untergegangen - ich erinnere mich, dass sie mit Odette Freundschaft schließen sollte, aber davon war dann nichts mehr zu lesen. Vielleicht kommt da ja noch was.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden, wie immer. Ich freue mich sehr auf den zweiten Band und die Weiterentwicklung der Geschichte zwischen Odette, Gabor und Miguel.


WERTUNG:   


Kommentare:

  1. Hallo :-)

    Ich habe gerade deinen Blog entdeckt und bin gleich mal Leserin geworden :-) Ich freue mich gerade denn ich meinen Blog in deiner Blog Liste entdeckt :-) Natürlich habe ich dich auch gleich bei mir hinzugefügt :-)

    D.C. Odesza ist eine Ausnahme Autorin, ich habe jedes ihrer Bücher verschlungen und immer wieder konnte sie mich begeistern.

    Auch LIEBE MICH habe ich gelesen, und WOW, ich war völlig geflasht.
    Ach so das Design von deinem Blog gefällt mir richtig gut <3

    Liebe Grüße
    Line

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu :)

      Danke, dass du mich als Leserin hinzugefügt hast - ich bin noch neu auf dem ganzen Gebiet, hatte früher Rezensionen nur für mich verfasst. Aber so viel wie ich lese, wird es langsam Zeit mal ein bisschen was zu veröffentlichen :D

      D.C. Odesza ist mittlerweile zu einer meiner Lieblingsautorinnen geworden, habe jedes Buch verschlungen und werde sie sicher noch öfters lesen.

      Danke schön, das Design habe ich leider nicht selbst erstellt, nur etwas an meinen Stil angepasst :)

      Ich bin über Facebook auf deinen Blog aufmerksam geworden und verfolge ihn fleißig :)

      Liebe Grüße,
      Dana

      Löschen