

Am 22. März 1943 dringen „Judenjäger“ in das Amsterdamer Haus von
Klaartje de Zwarte-Walvisch ein. Während sie auf ihren Mann warten,
vertreibt sich einer von ihnen mit Klavierspiel die Zeit. Die Hölle
beginnt langsam. Die Registrierung erweist sich als Internierung, und
der neue Wohnort ist in Wirklichkeit ein Konzentrationslager. Das erst
vor wenigen Jahren entdeckte Tagebuch der jungen Jüdin Klaartje de
Zwarte-Walvisch ist in mehrfacher Hinsicht ein Wunder: Sie kann fast
täglich protokollieren, was sie erlebt, ohne entdeckt zu werden. Kurz
bevor sie den Zug in ein Vernichtungslager besteigt, übergibt sie das
Tagebuch heimlich einem Verwandten, dem gegen alle Wahrscheinlichkeit
die Flucht gelingt. Mehr als sechzig Jahre nach Kriegsende werden die
Hefte in seinem Nachlass entdeckt. Ein Wunder sind die Aufzeichnungen
aber vor allem, weil es kein zweites Zeugnis gibt, das so furchtlos und
unbefangen, so wütend und fassungslos und zugleich mit so viel Witz und
Ironie schildert, welches Schicksal die niederländischen Juden zu
erleiden hatten.